Einige Daten der Geschichte von Hammer

7.000 - 3.000 v. Chr. - Erste Funde, die auf eine Besiedlung in der Nähe von Hammer hinwiesen, wurden vom damaligen Lehrer Erich Charlier und seinen Schülern 1959 dokumentiert. Sie fanden Schaber, Bohrer, Keile, Messer, Speer- und Pfeilspitzen. Es konnten  zwei Siedlungen der Mittleren Steinzeit, diesseits und  jenseits der Rur, beide auf einem Hügel bei Hammer in Richtung Dedenborn gelegen, lokalisiert werden. Einige dieser Steinwerkzeuge wurden im Rathaus Simmerath ausgestellt.

Das Hammerwerk in einem Kirchenvorstandsprotokoll
Das Hammerwerk in einem Kirchenvorstandsprotokoll

1463 - Dem Eupener Pächter des Hammerwerkes  Hermann Hammerschmidt wurde beurkundet, dass er Wasser von der Rur zum Betrieb des Hammerwerkes abzweigen darf. Von dort aus fand dann die Besiedlung von Hammer statt. Das Hammerwerk gab dem Ort Hammer seinen Namen. In den Jahren 1701-02 wurde der Eisenhammer zur Mahlmühle für Getreide umgebaut, die bis 1952 bestand.  In seiner heutigen Form dient es als Wohnhaus und dieses befindet sich Am Hammerwerk 23. 

1650 - Eine kleine aus groben Steinen gebaute Kapelle wurde am heutigen Am Hammerwerk 9 an der Rurseite gebaut. Von 1831 bis 1873 diente dieses Gebäude als die erste Schule in Hammer, anschliessend wurde es als Spritzenhaus der Feuerwehr verwendet und 1965 abgerissen.

1794 - Unter der Herrschaft von Napoleon I im Rheinland entstanden neue Haushaltslisten. Die waren etwas genauer als die aus den Kirchenbüchern von 1785:  auch das Vieh wurde gezählt! In den damals 28 Häusern in Hammer lebten nachweislich schon die Vorfahren einiger der  heutigen Hammerer.  Zu dieser Zeit entstanden Karten, zunächst die des  Franzosen Tranchot und später unter der Preussischen Regierung,  in denen Hammer genau eingezeichnet wurde. Bis einschliesslich der Karten der Jülicher Fürsten um 1770 wurde der Ort, wenn überhaupt, nur schematisch dargestellt.

Die Kirche mit Vikariehaus auf einer Postkarte von 1941
Die Kirche mit Vikariehaus auf einer Postkarte von 1941

1862-63 - Bau der Rektoratskirche, die dem  Apostel Bartholomäus geweiht wurde.  Mit Genehmigung der Regierung zu Aachen bauten die Hammerer sie aus eigenen Mitteln. Der damalige Pfarrer Jansen schenkte 1865 für die Kirche in Hammer zwei Glocken, eine davon befand sich  in der Schule, die andere war neu. Der Taufstein stammte aus der Kirche von Eicherscheid. Die heutigen Fenster und der Kreuzweg wurden von Erich Charlier (*1924-2015) gestaltet. Die Kirche wurde 1995 renoviert, mit dem morschen Putz verschwanden auch die Deckenbemalungen. Das Vikariehaus neben der Kirche, welches ab 1873 auch den Schulsaal beherbergte, wurde nach dem zweiten Weltkrieg abgerissen.

1905 - Einweihung einer  neuen Schule ostwärts neben der Kirche. Dort unterrichteten die Lehrer Stolzen bis 1924 und sein Nachfolger Strauch bis 1955. Von 1956 bis 1966 befand sich letzte Schule in den Gebäuden neben dem Friedhof am Dorfende Richtung Dedenborn. Dort unterrichtete der Lehrer Charlier eine (vom WDR dokumentierte)  Einklassenschule.

1934 - Gründung der Freiwillige Feuerwehr von Hammer. Das heutige Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1966 befindet sich an der Dedenborner Strasse 37.

1944-45 - Evakuierung der Bewohner von Hammer vor der Ardennenoffensive des 2. Weltkrieges. Hammer wurde am 1.2.1945 von der Amerikanern eingenommen. Die Überlebenden kehrten nach dem Krieg zurück und bauten Hammer wieder auf.
1959-60 - Bau des Ehrenmals auf dem heutigen Dorfplatz, in der Nähe der Kirche an der Dedenborner Strasse zur Erinnerung an die Kriegstoten der beiden Weltkriege, nach einem Entwurf von Erich Charlier.
1964 - Entstehung des Gemeindecampingplatzes als einer von insgesamt 5 Campingplätzen, heute unter privater Leitung als Camp Hammer. 

 

Literatur
- Geschichte der Schule in Hammer von Alfons Grass im Heimatkalender des Landkreises Monschau 1961
- Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Simmerath von Hans-Peter Schiffer , 2006
- Monschau und das Monschauer Land von Christoph Wendt, Mayer Verlag, 2010

und heute ? ... siehe unten und die jüngsten Chroniken

 

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